Was bedeutet eigentlich Screening?

Screening bedeutet aus einer Gesamtanzahl von Personen durch einen Test oder Untersuchung einfach und schnell, Personen herauszufiltern die nach vorher definierten Kriterien „auffällig“ sind um diese einer intensiveren Untersuchung zuzuführen. Die Idee beim Screening ist die Einfachheit des Testes, so dass er ohne großen Aufwand bei möglichst vielen Personen Anwendung findet. Die „nicht auffälligen Personen bekommen im Gegensatz zu den „auffälligen“ keine „besondere Aufforderung“ für eine weitergehende Untersuchung.
Bezogen auf das Auge beschreibe ich hier zwei in Deutschland regelmäßig angewendete Screeningverfahren. Zum einen das Sehfehlerscreening und zum anderen das Glaukomscreening.

Was versteht man unter Sehfehlerscreening?

Ein Sehfehlerscreening ist ein Test um einfach und schnell auffällige Personen herauszufiltern, die mit hoher Wahrscheinlichkeit einen korrektionsbedürftigen Sehfehler haben.

  • Eine bekannte Variante des Sehfehlerscreenings ist z.B. der Führerscheinsehtest. Hier werden über einen einfachen Test Personen herausgefiltert, die mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Sehfehler haben und bei denen es somit sinnvoll oder notwendig ist, die Augen genauer zu untersuchen.
    Bei diesem Test ist die Sehschärfe der Einzelaugen auf unendlich das Kriterium. Die festgestellten Sehschärfenwerte werden mit Normwerten verglichen und es gibt als Ergebnis entweder: unauffällig/bestanden oder auffällig/nicht bestanden. Die auffälligen Personen sollen über diesen Test einer intensiveren Messung zugeführt werden. Ein solcher Test dient nicht dazu Sehfehler exakt zu identifizieren und er spiegelt immer nur einen Teilaspekt des visuellen Systems wider.
  • Ein anderes Sehfehlerscreening wird mit einem Autorefraktometer durchgeführt und wird in der Umgangssprache als „Computersehtest“ bezeichnet. Hier wird mit einem computergestützten Messgerät der objektive Sehfehler (Refraktion) der Einzelaugen gemessen. Auch diese Messung ist nicht vollumfänglich und ist somit für eine Brillenverordnung nicht aussagekräftig genug. Sie kann aber dazu dienen aus einer großen Menge von Personen, die herauszufiltern, die wahrscheinlich eine Korrektion mit Augengläsern benötigen.

Was bedeutet Glaukom und was versteht man unter Glaukomscreening?

Glaukom oder grüner Star ist eine Augenerkrankung, bei der unter anderem Beeinträchtigungen des Sehens als Folge von Veränderungen und Schädigungen des Sehnervs auftreten. Häufig ist hierfür ein zu hoher Augeninnendruck verantwortlich, der die Nervenfasern des Sehnervs an der Sehnervenaustrittstelle abgedrückt. Um die Diagnose Glaukom zu stellen ist es deshalb notwendig diesen Bereich im Auge auch Papille genannt von einem Ophthalmologen untersuchen zu lassen.

Da das Glaukom in der Regel für den Patienten durch Einschränkungen im Sehen erst auffällig wird, wenn bereits irreversible Schäden eingetreten sind, ist eine Vorsorgeuntersuchung ratsam. Der Augeninnendruck ist hier ein wichtiges Kriterium in der Gesamtuntersuchung.

Um bei einer großen Anzahl von Personen abzuschätzen, für wen eine Glaukom-Untersuchung „besonders“ anzuraten ist, kann ein Glaukomscreening sinnvoll sein.
Eine häufige Variante für ein Glaukomscreening ist die Prüfung/Messung des Augeninnendrucks mittels berührungsloser Messtechnik (Noncontacttonometrie). Sie kann relativ schnell und einfach durchgeführt werden. Die so ermittelten Werte können mit Normwerten verglichen und bei „Auffälligkeit“ dem Betroffenen eine komplette Glaukomuntersuchung als sehr ratsam empfohlen werden. Auch hier bedeutet ein auffälliger Test in keinem Fall die Diagnose Glaukom. Erst die Augenhintergrunduntersuchung, Gesichtsfeldmessung und eine noch nochmalige Messung mit einer aufwendigeren Tonometrie führen zur Diagnose.

Bei der Durchführung von Screenings ist es wichtig, dass es immer zu einer geringen Anzahl von Personen kommen kann, die im Screening als „unauffällig“ getestet werden, obwohl auch sie einer intensiveren Untersuchung bedurft hätten, darüber sollte sich jeder Getestete bewusst ist.